Aithon Robotics baut Drohnen, die an Oberflächen haften
Aithon Robotics baut Drohnen, die an Oberflächen haften
Gemacht für ganz genaue Prüfung: Acht ETH-Absolventen haben eine Drohne für Brückeninspektionen entwickelt.
Wir erinnern uns: Prometheus brachte der Menschheit das Feuer und wurde dafür von Zeus, dem König der Götter, bestraft und vom Olymp verbannt. Zur Strafe wurde er an einen Felsen gekettet. Dort setzte ihm der Adler Aithon zu.
Nun bringen ETH-Absolventen die Mythologie in die Realität: Unter dem Namen Aithon Robotics haben sie eine Drohne entwickelt, die sich an verschiedenen Oberflächen befestigen kann. «Wir können Aufgaben ausführen, die sonst Gerüste oder Hebebühnen erfordern würden, auch an schwer zugänglichen Stellen», erklärt Timon Mathis, einer der Mitgründer.
«Ein wichtiger Anwendungsfall ist die Brückeninspektion: Wir können zu jedem Punkt einer Brücke fliegen, uns dort befestigen, die Oberfläche scannen, sogar eine Kernprobe entnehmen und dann wieder wegfliegen.» Ihr Adler kann Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 5 kg mit einer Kraft von 30 kg gegen eine Wand drücken. Die Befestigung erfolgt über Saugnäpfe, die von zwei Staubsaugermotoren angetrieben werden. Derzeit ist Aithon Robotics auf Infrastrukturanlagen in ganz Europa im Einsatz, wo die Zugangskosten 40 Prozent der Inspektionsbudgets ausmachen und Menschen in gefährlichen Umgebungen arbeiten müssen. «Die Kombination aus der Mobilität von Drohnen und menschlicher Interaktion ist ein Gamechanger für unsere Kunden. Keine Fahrspursperrungen mehr und schnellere Ergebnisse, ohne Abstriche bei der Qualität der Arbeit», erklärt Mathis und erwähnt, dass sie derzeit an einem System arbeiten, das einfach genug für jeden ist.
Ein wesentlicher Teil der Entwicklung ist dem Umfeld auf dem Campus des Innovation Park Zürich zu verdanken. «Wir profitieren jeden Tag vom Austausch», sagt Mathis. «In jeder Hinsicht: Ein zufälliges Gespräch an der Kaffeemaschine kann einen unerwartet einen entscheidenden Schritt voranbringen.» Und wer das wissen sollte, dann das Aithon-Team. Sie sind bereits Veteranen auf dem Gelände: 2022 durften sie eine Garage für Flugtests nutzen, dann verbrachten sie zwei Jahre im «Büro Züri» und gehören nun zu den ersten Industrieprojekten, die in Hangar 2 der ETH Zürich einziehen. IPZ pur.


